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© Martinsgemeinde
In den Jahren 914/915 wurde eine erste aus Holz erbaute Kirche in Heuchelheim urkundlich erwähnt. An ihrer Stelle wurde im 12. Jahrhundert das erste steinerne Kirchenschiff in der gleichen Breite wie der Turm als Wehrkirche errichtet.
Später erfolgte der Neubau eines erhöhten, zu beiden Seiten verbreiterten Kirchenschiffs. In den größeren Raum konnten nun Emporen eingefügt werden. Die Balkenaufschrift "Hans Krauskup 1592: 12.Dezem" gibt den Namen des Handwerksmeisters und den Zeitpunkt der Vollendung auf den Tag genau an.
Die Emporen ruhen auf der Nordseite auf hölzernen Rundsäulen mit umlaufenden Diensten, die bis zum Unterzug unter der Decke durchgehen. Solche aus einem Stück geschnitzten Holzsäulen finden sich auch in anderen Kirchen unserer Gegend.
Die kräftige Abstützung der eng beeinander liegenden Deckenbalken weist darauf hin, daß der Dachraum für größere Belastung vorgesehen war, vielleicht für den Aufenthalt von Menschen und die Unterbringung von Hab und Gut in Kriegszeiten.
Orgel der alten Martinskirche in Heuchelheim
Das Gehäuse der Orgel wurde 1755 durch Johann Christian Köhler, Frankfurt, erstellt und zunächst in der Kirche von Klein-Karben aufgestellt. Nach Heuchelheim kam die Orgel 1868 durch den Orgelbauer Bernhardt aus Gambach. Bei einer Renovierung der Kirche im Jahr 1926 wurde sie aus dem Chorraum auf die Westempore versetzt. Förster & Nikolaus bauten dabei eine komplett neue Orgel hinter den historischen Prospekt, dessen originale Pfeifen erhalten blieben, jedoch nicht in das neue Instrument integriert wurden. Diese neue Instrument war eine Stiftung des Heuchelheimer Fabrikanten Ludwig Rinn, der am 24.12.1919 ein entsprechendes Stiftungsschreiben aufgesetzt hatte. Er war unserer Kirchengemeinde Zeit seines Lebens eng verbunden und langjähriges Mitglied des Kirchenvorstands.
Dieses hochromantische Instrument ist unverändert erhalten. 2007 wurde die Orgel gereinigt und sämtliche Bälgchen der Pneumatik erneuert.
Hier erklingt die Orgel im Rahmen der Orgelreise des Dekanats Gießen.
Im Organ-Index finden Sie Detailinformationen zur Orgel in der alten Martinskirche.
Der Flügelaltar in der Alten Martinskirche
Der prächtige Flügelaltar im Chor wurde um 1450 geschaffen. Im Mittelteil sieht man Maria auf der Mondsichel mit dem Jesuskind auf dem Arm. In den Fächern daneben stehen vier geschnitzte Darstellungen aus ihrem Leben: die Verkündigung des Engels, die Geburt Jesu, die Anbetung der Könige und der Tod Marias. Auf den Innenseiten des Flügelaltars, der zu den Gottesdiensten in der Advents- und Passionszeit verschlossen wird, sind vier heilige Frauen dargestellt: Ganz links sieht man die heilige Katharina mit dem Schwert in der Hand und dem Rad; neben ihr steht die die heilige Margarethe mit einem kleinen Teufel an ihrer Seite. Auf dem rechten Seitenflügel sind die heilige Barbara und die hl. Dorothea zu sehen: Barbara mit dem Turm und dem Abendmahlskelch in der Hand, Dorothea mit einem nackten Kind an der Seite, das ein Körbchen voller Blumen trägt.
Die geschlossenen Flügel des Altarschreins zeigen auf der linken Seite die Kreuzigung Jesu und auf der rechten den heiligen Martin zu Pferd. Er teilt mit dem Schwert seinen Mantel, um die Hälfte dem Bettler zu schenken, der vor ihm ohne Füße auf dem Boden kauert. Neben der Bezeichnung der großen Glocke im Turm, die den Namen "Sanctus Martinus" trägt, ist die prominente Darstellung des heiligen Martin auf dem Flügelaltar ein weiterer Beleg für die Jahrhunderte alte Martinsverehrung in unserer Kirche.
Die Glocken im Turm der Alten Martinskirche
Im hohen Turm der Alten Martinskirche erklingt ein Geläut aus drei mittelalterlichen Bronze-Glocken. Die große und die mittlere Glocke stammen aus derselben Werkstatt in Hachenburg. Die kleine Glocke ist undatiert.
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