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© D. Schweizer
Königsberg ist der höchstgelegene Ortsteil der Gemeinde Biebertal und hat ca. 900 Einwohner.
Die Evangelische Kirche liegt am Fuß des Königsberger Schlosses und thront auf einem 15 Meter hohen Teil der Burgumfriedung. Sie beherbergt nicht nur Platz für ca. 120 Personen, sondern auch eine besondere Kastenkrippe auf ihrem Altar, die zur Weihnachtszeit geöffnet wird.
Vom Vorplatz der Kirche hat man einen guten Blick über Biebertal und das Gießener Becken.
Im Souterrain des ehemaligen Pfarrhauses befindet sich der Pfarrsaal, der auch von Vereinen und Privatpersonen gemietet werden kann.
Der Ortsausschuss kümmert sich um die Belange der Gemeinde vor Ort und bringt diese in die Gesamtkirchengemeinde ein.
Königsberg war seit früher Zeit Hauptort der umgebenden Ortschaften und Residenz der Grafen von Solms-Königsberg. Im Jahr 1500 wurde Königsberg zur Stadt erhoben und hatte bereits eine eigene Pfarrei. Die Pfarrer wurden bis 1827 als Inspektor bezeichnet, denen ein Kaplan als Hilfsgeistlicher zur Seite stand, der für den Schulunterricht zuständig war.
Kirchlich war Königsberg dem Archipresbyterat Wetzlar zugeordnet, das dem Archidiakonat St. Lubentius Dietkirchen im Bistum Trier unterstand. Mit Einführung der Reformation wechselte die Kirchengemeinde zum evangelischen Bekenntnis. Erster lutherischer Pfarrer war Hilarius Crato von Marburg (1565 und 1575).
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt Königsberg, die seit dem 24. September 1624 zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt gehörte, im Rahmen des Hessenkriegs von niederhessischen Truppen beschossen. Infolge der Eroberung von Schloss und Stadt am 6. Juni 1647 wurden unter anderem auch die Kirche und das Pfarrhaus zerstört. Von der Kirche blieb nur die unterirdische Krypta erhalten, von der ein gedeckter Gang in das Pfarrhaus unterhalb der Stützmauer geführt hatte.
Obwohl die Königsberger Bürger nach dem Krieg ab 1651 zur Errichtung von Wällen in der Marburger Gegend vom Landgrafen verpflichtet wurden, erbauten sie zeitgleich eine neue Kirche auf den alten Grundmauern. Sie wurde bereits am 3. Februar 1654 fertiggestellt und eingeweiht. Die alte Krypta, in der man seinerzeit auch noch Reste von Grüften vorfand, wurde im 19. Jahrhundert mit Erdreich aufgefüllt.
Hinter dem 1763 errichteten alten Pfarrhaus entstand 1953 ein neues Pfarrhaus mit integriertem Gemeindesaal, der 1979/1980 erheblich vergrößert wurde.
Ende der 1950er Jahre war die Kirche abgängig und der weitere Bestand ungewiss: „Der Zahn der Zeit hat es zernagt und bald wird das Kirchlein in Trümmer fallen.“ Nach langem Hin und Her entschloss sich die Gemeinde zu einer tiefgreifenden Renovierung. In diesem Zuge wurde im Jahr 1961 die nordwestliche Längsmauer in massiver Bauweise neu aufgeführt. Bei der Renovierung 1994 wurde die ursprüngliche farbliche Fassung der Kirche wiederhergestellt.
Quelle: Wikipedia

Daniel Schweizer